Auxerre, eine geschichtsträchtige, von der Kunst geprägte Stadt, hat es verstanden, ein außergewöhnliches architektonisches Erbe zu erhalten. Im historischen Stadtkern, der von engen, gewundenen Gässchen durchzogen ist, meint man, in einem Architekturlehrbuch zu blättern.
Doch anstatt Bücher zu wälzen, sollte man selber auf Entdeckungstour gehen. Also Augen auf, den Blick schweifen lassen und nach Lust und Laune schlendern, denn in jeder Ecke findet sich ein Stück Kunst und Geschichte.
Die Kathedrale verkörpert ganz gotische Eleganz und besitzt Portale mit außergewöhnlichen Flachreliefs. Die Verglasungen im Chor und im Querschiff verleihen den Innenräumen einen ganz besonderen Charakter und gehören zu den schönsten Glasfenstern, die in Frankreich erhalten sind.
Sehen Sie sich unbedingt die Kryptenanlage aus dem 11. Jh. an, die noch aus dem romanischen Vorgängerbau stammt und die für ihre seltene Wandmalerei des Christus zu Pferde"" berühmt ist . Auch der Kirchenschatz mit wertvollen Kultobjekten (Emaillemalereien aus dem 13. Jh., Miniaturen und alte Handschriften) lohnt den Weg. Die Kathedrale ist ganzjährig von 7.30 - 18 Uhr geöffnet (von November bis Ostern nur bis 17 Uhr). Kirchenschatz und Krypta: 9 - 18 Uhr von Ostern bis Allerheiligen und Sonntagmorgen von 10 - 17 Uhr von November bis Ostern. Weitere Infos: Freundeskreis der Kathedrale ("Les Amis de la Cathédrale"): 03.86.52.23.29
Die Anlage der Abtei Saint-Germain, die seit über 1000 Jahren existiert, ist so gut wie vollständig erhalten. Die Kryptenanlage aus dem 9. Jh. , der Höhepunkt eines jeden Besuches, ist mit den ältesten Wandmalereien verziert, die bisher in Frankreich entdeckt wurden.
Das Vorschiff der Abteikirche ist seit Juni 1999 für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach 10 Jahren archäologischer Grabungen vervollständigen neue Überreste an Mauerwerken und Sarkophagen aus dem 6., 7. und 9. Jh. das Bild.
Ein Muss sind der Kapitelsaal aus dem 12. Jh., der Weinkeller aus dem 14. Jh., der Kreuzgang aus dem 17. Jh. sowie außerhalb der Anlage der Südturm (Tour Saint-Jean) aus dem 12. Jh., an dem man den spitzen, 8kantigen Steinhelm bewundern kann. Die Abtei ist ganzjährig geöffnet außer Dienstag und folgende Feiertage: 1. Januar, 1. Mai. 1. und 11. November, 25. Dezember. Geöffnet vom 1. Juni - 30. September von 10 - 12.30 Uhr und von 14 - 18.30 Uhr sowie vom 1. Oktober - 31. Mai von 10 - 12 und von 14 - 18 Uhr. Weitere Infos: 03.86.18.05.50
Der Uhrturm, der ursprünglich aus gallorömischer Zeit stammt und im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut wurde, steht mitten in der Fußgängerzone. Unten am Turm befindet sich die Kammer mit dem Uhrmechanismus, die von den reichen Bürgern in Auxerre im 15. Jh. eingerichtet wurde. Das Besondere an der Uhr sind ihre beiden Zeiger. Der eine hat als Spitze die Sonne, der andere den Mond, und sie zeigen die Sonnen- bzw. Mondbewegung an.
In der Nähe des Turms stand das Haus eines Gerichtsvollziehers, der durch einen Abzählreim bekannt wurde, der in allen Schulen Frankreichs gesungen wurde: Guillaume Roussel, eher bekannt unter dem Namen "Cadet Roussel" .
Fachwerkhäuser, Renaissance-Bauten, Patrizierhäuser aus dem 18. Jh., eine überdachte Passage aus dem 19. Jh., Art-Deco-Bauten oder Statuen berühmter Persönlichkeiten wie Restif de la Bretonne oder von Marie-Noël machen den Charme dieses Viertels aus, das man unbedingt erkunden sollte.
Die Place du Coche-d’Eau erinnert heute noch an das Treidelboot, mit dem Menschen und Güter zwischen Auxerre und Paris transportiert wurden. Ein Haus fällt besonders ins Auge: ein schönes Herrenhaus aus Stein und Holz aus dem 16. Jh., verziert mit Rahmholz, Anker und Schiff, die daran erinnern, dass der Auftraggeber Händler war, der seine Waren auf dem Wasser transportierte.
Ganz in der Nähe liegt die zum Fluss hingewandte Place Saint-Nicolas, die ebenfalls daran erinnert, welche wichtige Rolle die Schifffahrt in Auxerre spielte. Die Zunft der Matrosen ließ dort übrigens im 18. Jh. eine prächtige, farbige Holzstatue des Heiligen Nikolaus aufstellen. Der Schutzpatron der Schiffer hält auch heute noch schützend seine Hand über die Passanten.
Die heute einzeln stehende Kirche war früher Teil einer Klosteranlage. Die Winzer, deren Stadtviertel Saint-Pierre war, finanzierten im 16. Jh. den Bau des gotischen Turms und dann im 17. Jh. einen Teil der heutigen Kirche. Unter der klassizistischen, reich geschmückten Fassade, verziert mit den örtlichen Heiligen und den Schutzpatronen der Metzger und Winzer, verbirgt sich eine gotische Architektur. Ein außergewöhnliches Portal, das von der italienischen Renaissance des 16. Jh. inspiriert wurde, ist angeblich eine Adaptation des Eingangsportals des neapolitanischen Castelnuovo.
Sehenswert sind die für diese Epoche typischen Ausschmückungen, so insbesondere das Zusammentreffen der antiken Ceres, der Göttin des Überflusses, und der in der Bibel geschilderten Trunkenheit Noahs.
Die Kirche Saint-Eusèbe wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals wieder aufgebaut. Vom Platz aus gesehen wirkt das Profil uneinheitlich: ein außergewöhnlich verzierter romanischer Glockenturm überragt ein gotisches Schiff aus dem 13. Jh. und einen Renaissance-Chor aus dem 16. Jh. Der kürzlich restaurierte Innenraum ist sehenswert, so insbesondere wegen der Malereien, die die Gewölbe schmücken. Der Renaissance-Chor wird durch schöne Glasfenster erhellt.
In dieser klassizistischen Kapelle findet sich eine umfangreiche Sammlung farbiger Holzskulpturen des Künstlers François Brochet aus Auxerre.
Sie ist nur im Sommer zu besichtigen, und dann kann man innen die Architektur dieses von einer Kuppel gekrönten Baus bewundern. Geöffnet vom 1. Juli - 30. September Mittwoch - Sonntag von 14 - 18 Uhr.
Im privaten Rahmen eines Patrizierhauses aus dem 18. Jh. werden Tapisserien aus Beauvais aus dem 18. Jh. sowie eine umfangreiche Sammlung von Fayencen aus der Region und dem restlichen Frankreich, außerdem Steinzeug aus Puisaye, gezeigt. Das Museum ist das ganze Jahr über außer Dienstag und bestimmte Feiertage von 14 - 18 Uhr geöffnet. Weitere Infos: 03.86.52.44.63
Die Stadt Auxerre hat in der Abteianlage Saint-Germain ihr Museum mit den prähistorischen, gallorömischen und mittelalterlichen Sammlungen eingerichtet. Der Museumsbesucher durchläuft die alten Klosteranlagen: die Abtsunterkunft aus dem 18. Jh, den Kreuzgang aus dem 17. Jh., denn Vorratskeller aus dem 14. Jh. die Sakristei und den Kapitelsaal aus dem 12. Jh., den Aufenthaltsraum und die ehemaligen Schlafzellen der Mönche, die im 17. Jh. restauriert wurden. Das Museum ist ganzjährig geöffnet außer Dienstag und folgende Feiertage: 1. Januar, 1. Mai. 1. und 11. November, 25. Dezember. Geöffnet vom 1. Juni - 30. September von 10 - 12.30 Uhr und von 14 - 18.30 Uhr sowie vom 1. Oktober - 31. Mai von 10 - 12 und von 14 - 18 Uhr. Weitere Infos: 03.86.18.05.50
Im Museum werden paläontologische Sammlungen aus der Umgebung, der Höhlenbär aus Arcy sur Cure und Fossilien aus Mailly le Château, ausgestopfte Tiere (darunter 1500 Vögel), Muscheln, Insekten und viele unterschiedliche Arten im Park des Museums gezeigt. Außerdem gibt es jedes Jahr zwei Ausstellungen: eine im Winter und eine im Sommer, jeweils zum Thema Naturwissenschaft oder Umwelt. Das Haus ist Paul Bert, dem großen Physiologen aus Auxerre, gewidmet, und sein Leben und sein Werk sind in einem Saal zu sehen. Das Museum ist ganzjährig von 13.30 - 17.30 Uhr außer samstags und feiertags geöffnet. Weitere Infos: 03.86.72.96.40
Das Haus des Wassers und der Umwelt befindet sich in einem alten, 1882 erbauten und 1914 umgebauten Hebewerk und hat die Aufgabe, die Öffentlichkeit für die Erhaltung einer intakten Umwelt zu sensibilisieren. Es finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen und Animationen statt, die einen Zugang zu den Themenbereichen Wasser und Umwelt vermitteln.. Das "Maison de l'Eau et de l'Environnement" ist von April - Oktober geöffnet: 14 - 17.30 Uhr April - Juni und Oktober sowie von 14.30 - 18 Uhr Juli - September. Weitere Infos: 03.86.72.91.65
Texte: Service Animation du Patrimoine, Stadt Auxerre Das Fremdenverkehrsamt Auxerrois und die PR-Abteilung für Kulturgüter der Stadt Auxerre (Service Animation du Patrimoine) bieten Ihnen das ganze Jahr über Führungen zur Besichtigung dieser Monumente.
Zu konsultieren : Programm Führungen